Magnesiumbisglycinat ist die am schnellsten wachsende Magnesiumform im deutschsprachigen Raum – aus gutem Grund. Die Verbindung aus Magnesium und der Aminosäure Glycin gilt als besonders gut bioverfügbar und magenfreundlich. Wir erklären, was hinter der Chelat-Form steckt, wie sie sich von Oxid und Citrat unterscheidet, was die EFSA zu Magnesium sagt – und welche Rolle Glycin selbst am Abend spielen könnte.
- Magnesiumbisglycinat = 1 Magnesium-Ion, gebunden an 2 Glycin-Moleküle (Chelat)
- Gilt als besonders magenfreundlich – deutlich seltener abführende Effekte als bei Oxid oder Citrat
- EFSA-bestätigt: Magnesium trägt u. a. zur Verringerung von Müdigkeit, zur normalen Funktion des Nervensystems und zur normalen psychischen Funktion bei
- Glycin selbst wurde in kleinen Humanstudien im Zusammenhang mit Schlafqualität untersucht
Was ist Magnesiumbisglycinat?
Bei Magnesiumbisglycinat (oft synonym: Magnesiumglycinat) ist jedes Magnesium-Ion an zwei Moleküle der Aminosäure Glycin gebunden – Chemiker sprechen von einem Chelat. Diese Bindung hat zwei praktische Konsequenzen: Erstens wird das Magnesium über Aminosäure-Transportwege im Dünndarm aufgenommen und konkurriert weniger mit anderen Mineralstoffen. Zweitens bleibt weniger ungebundenes Magnesium im Darm zurück – der Hauptgrund für den bekannten abführenden Effekt vieler Magnesiumpräparate entfällt weitgehend.
Bisglycinat vs. Citrat vs. Oxid: Der Formen-Vergleich
| Form | Bioverfügbarkeit | Verträglichkeit | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Bisglycinat | Hoch (Chelat-Aufnahme) | Sehr gut, kaum abführend | Abendliche Einnahme, empfindlicher Magen |
| Citrat | Gut | Ab mittleren Dosen abführend | Sport, träge Verdauung |
| Oxid | Niedrig | Häufig abführend | Günstige Präparate |
Was Magnesium nachweislich kann: Die EFSA-Claims
Magnesium gehört zu den wenigen Nährstoffen mit offiziell zugelassenen gesundheitsbezogenen Aussagen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Magnesium trägt demnach unter anderem bei zu:
- einer Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung
- einer normalen Funktion des Nervensystems
- einer normalen psychischen Funktion
- einer normalen Muskelfunktion
- dem Elektrolytgleichgewicht und einem normalen Energiestoffwechsel
Gerade die Kombination „Nervensystem + Muskelfunktion + Müdigkeit“ erklärt, warum Magnesium in praktisch jeder seriösen Abend- und Schlafformel auftaucht. Wer tagsüber ständig erschöpft ist, findet in unserem Artikel über ständige Müdigkeit die häufigsten Ursachen im Überblick.
Der Glycin-Bonus: Warum die Bindungsform am Abend interessant ist
Glycin ist nicht nur Trägerstoff: Die Aminosäure wirkt im zentralen Nervensystem als hemmender Neurotransmitter. In kleinen randomisierten Studien aus Japan berichteten Teilnehmer nach 3 g Glycin vor dem Schlafengehen über subjektiv bessere Schlafqualität und weniger Tagesmüdigkeit. Die Glycin-Mengen in Bisglycinat-Präparaten liegen zwar deutlich darunter, doch die Kombination aus Magnesium und einer „beruhigenden“ Aminosäure macht plausibel, warum viele Anwender genau diese Form für den Abend wählen.
Zur Frage, wie Magnesium und Stresshormone zusammenhängen, lohnt ein Blick in unseren großen Artikel über das Thema Cortisol senken: Studien deuten darauf hin, dass ein ausgeglichener Magnesiumstatus mit einer gesunden Stressantwort zusammenhängt – Magnesiummangel und Stress können sich gegenseitig verstärken (Stichwort „Teufelskreis-Hypothese“).
Dosierung und Einnahme
- Referenzmenge: Die NRV für Magnesium liegt bei 375 mg/Tag; ein Großteil sollte über die Ernährung kommen (Nüsse, Saaten, Vollkorn, grünes Gemüse).
- Supplementierung: Das BfR empfiehlt, über Nahrungsergänzungen nicht mehr als 250 mg Magnesium pro Tag zuzuführen, idealerweise auf zwei Portionen verteilt.
- Timing: Für die abendliche Routine hat sich die Einnahme 1–2 Stunden vor dem Schlafengehen etabliert.
- Kombination: In Schlafformeln wird Magnesium häufig mit Vitamin B6 kombiniert, das ebenfalls zur normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit beiträgt (EFSA), sowie mit L-Theanin.
Magnesiumbisglycinat in der Praxis: Ein Formel-Beispiel
Ein Beispiel für den durchdachten Einsatz der Chelat-Form ist der Schweizer Sereniser von AVEA: Die melatoninfreie Schlafformel kombiniert 56,25 mg Magnesium aus Magnesiumbisglycinat (15 % NRV – bewusst als Baustein neben der Ernährung dosiert) mit aktivem Vitamin B6 (P-5-P, 100 % NRV), L-Theanin und drei studienbasierten Pflanzenextrakten. Wie sich die Formel im Vergleich pflanzlicher Schlafmittel schlägt, haben wir separat analysiert.
Anzeige
Magnesiumbisglycinat + B6 + L-Theanin in einer Formel
Der Sereniser kombiniert die magenfreundliche Chelat-Form mit fünf weiteren Wirkstoffen – melatoninfrei, aus Schweizer GMP-Produktion.
90 Tage Geld-zurück-Garantie · Entwickelt & produziert in der Schweiz
Nebenwirkungen und Wechselwirkungen
Magnesiumbisglycinat gilt als sehr gut verträglich. Sehr hohe Dosen können dennoch weichen Stuhl verursachen. Vorsicht gilt bei eingeschränkter Nierenfunktion (ärztliche Rücksprache!) und bei zeitgleicher Einnahme bestimmter Antibiotika oder Schilddrüsenmedikamente – hier sollten mindestens 2–3 Stunden Abstand liegen.
Häufige Fragen
Ist Magnesiumglycinat dasselbe wie Magnesiumbisglycinat?
Im Sprachgebrauch ja: „Bisglycinat“ betont lediglich, dass zwei Glycin-Moleküle pro Magnesium-Ion gebunden sind – chemisch handelt es sich um dieselbe Verbindungsklasse.
Wie viel Magnesiumbisglycinat am Tag?
Orientiere dich am elementaren Magnesiumgehalt (nicht am Verbindungsgewicht!). Als Ergänzung zur Ernährung gelten bis 250 mg elementares Magnesium/Tag als sinnvolle Obergrenze (BfR-Empfehlung).
Hilft Magnesium beim Schlafen?
Magnesium trägt laut EFSA zur normalen Funktion des Nervensystems und zur Verringerung von Müdigkeit bei. Einzelne Studien – etwa an älteren Erwachsenen mit Schlafproblemen (Abbasi et al., 2012) – berichteten unter Magnesiumgabe über verbesserte Schlafparameter; die Studienlage insgesamt ist aber heterogen.
Wann sollte man Magnesiumbisglycinat einnehmen?
Grundsätzlich ist der Zeitpunkt flexibel. Wer es als Teil einer Abendroutine nutzt, nimmt es üblicherweise 1–2 Stunden vor dem Schlafengehen – die passende Bettzeit liefert unser Schlafrechner.
Weiterlesen
- Sereniser im Test: Magnesiumbisglycinat in der Schweizer Schlafformel
- Pflanzliche Schlafmittel im Vergleich: 7 Qualitätskriterien
- Besser schlafen: Der große Guide zu Tiefschlaf und Schlafarchitektur
Transparenz: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (mit „Anzeige“ gekennzeichnet). Kaufst du über diese Links, erhalten wir eine Provision – ohne Mehrkosten für dich. Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene Ernährung.



